8. September 2026

FCA lässt Chancen und zwei Punkte in Luzern liegen

Zum ersten Mal liess der FC Alpnach in der Meisterschaft Punkte liegen. Am vergangenen Sonntagnachmittag gab es auswärts beim Luzerner SC nur ein 1:1 – ein gerechtes, aber unglückliches Remis.

Es dauerte nicht lange, da kam der Luzerner SC zur ersten Gelegenheit des Spiels. Nach drei Minuten setzten die Hausherren nach Ballverlust energisch nach. Der Ball landete bei LSC-Offensivmann Fatos, der seinen Mitspieler bediente und dieser aus ca. 23 Metern sofort abzog. Der Abschluss wurde von einem Alpnacher noch entscheidend abgelenkt – mit etwas Glück konnte FCA-Keeper Truttmann parieren. Das erste Ausrufezeichen der Gäste folgte nur eine Minute später. Nach einem weiten Abstoss konnte der LSC nicht klären, FCA-Stürmer Stadelmann (die eine Hälfte des Zauberduos Zemp-Stadelmann) hatte sein Visier allerdings noch nicht genau eingestellt, die Kugel flog am Tor vorbei (Spoiler: das ändert sich im Laufe des Spiels noch).

Nach etwas nervösem Start folgte die beste Phase der Alpnacher. Auf einem schwierig bespielbaren Platz wollte die Bossard-Elf aus jeder Distanz den gegnerischen Keeper testen. Heki Bicaj-Kroos prüfte den LSC-Keeper gleich zweimal, Pereira traf wenig später aus spitzem Winkel die Latte. Danach übernahmen die Luzerner zunehmend das Spieldiktat, lange aber ohne nochmals gross gefährlich zu werden.

In der 43. Minute machte el Capitano Heki Bicaj-Kroos seinem Spitznamen nochmals alle Ehre. Nach einem Einwurf setzte er sich vorbildlich gegen zwei Verteidiger durch, bewies Übersicht und spitzelte rüber zu Elia Costa. Doch der in Obwalden als Goldfüsschen bekannte Offensivmann schob die Kugel aus zehn Metern tatsächlich am Tor vorbei… Auf die Szene angesprochen meinte er: «Das war keine vergebene Chance, das war ein kreativer Beitrag zur Dramaturgie.»

Wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff  musste Truttmann nochmals eingreifen. Nach einem hohen Ball nach vorne vergass die FCA-Abwehr den gegnerischen Flügel Mananga. Dieser stand allein vor Truttmann und knallte ihm das Leder an die Brust. Wie der Autor aus gesicherten Quellen weiss, hatte der Keeper im Anschluss seine liebe Mühe mit den einfachsten Dingen wie: Atmung. Nach diesem Big-Save ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Die erste nennenswerte Aktion nach dem Seitenwechsel hatte der FCA in Minute 55. Noah Zemp (die andere Hälfte des Zauberduos Zemp-Stadelmann) setzte sich den Ball für einen Freistoss aus rund 25 Metern. Sehr heimtückisch setzte der Ball vor dem LSC-Keeper auf dem Boden auf – der Luzerner konnte allerdings parieren. Fünf Minuten später war es erneut Goldfuss (oder mittlerweile Chancentod) Elia Costa, der nach einem Einwurf mutterseelenalleine auf das LSC-Tor loszog. Völlig unbedrängt knallte er das Leder aus elf Metern in Richtung Sonne.

In der Folge wurde die Partie hitzig – mehrere harte Zweikämpfe und Diskussionen sorgten für eine angespannte Stimmung. In der 66. Minute wurde Stadelmann im Strafraum gelegt, völlig zu Recht zeigte der Unparteiische auf den Punkt: Elfmeter für den FC Alpnach! Nach dem Elfmeterpfiff kam es zur Rudelbildung, deswegen musste Stadelmann eine Zeit warten, bis er den Elfer ausführen durfte. Er liess sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und versank den Ball souverän in der linken unteren Ecke zur Führung.

Nach der Trinkpause beruhigten sich die Akteure beider Teams wieder. Der FC Alpnach stand in der Defensive souverän und hätte in der 80. Minute wohl zur Entscheidung treffen können. Abächerli stand nach einer Zuckerflanke von Zemp goldrichtig, köpfte aber am Tor vorbei. Kurz vor Anbruch der Nachspielzeit kamen die Hausherren zu einem Einwurf. Diesen konnte der FCA nur ungenügend klären. So kam LSC-Flügel Mananga erneut an den Ball, tankte sich in den Strafraum und brachte die Kugel an Verteidigern und Torhüter vorbei zu Nrecaj, der zum 1:1 einschob. Nach dem Spiel meinte Alpnach-Keeper Truttmann im Interview: «Wir wollten hier kein Gegentor kassieren. Das hat bis zum Gegentor auch ganz gut geklappt.» Wenige Zeigerumdrehungen später war das Spiel zu Ende.

Lange sah alles nach dem dritten Sieg im dritten Meisterschaftsspiel aus. Doch weil der FC Alpnach seine zahlreichen Chancen ungenutzt liess, bestrafte ihn der Luzerner SC kurz vor Schluss mit dem Ausgleich. Ein Punkt bleibt – auch wenn sich dieser eher wie zwei verlorene anfühlt. Nun steht die Nationalmannschaftspause auf dem Programm (Spieler wie Pombinho Pereira, natürlich unser Zauberduo, Bicaj-Kroos und zahlreiche weitere Spieler sind abwesend). Weiter geht es am 26. September um 18.00 Uhr mit dem Heimspiel und Derby gegen den FC Stans. Hopp Alpnach!

Telegramm Luzerner SC II – FC Alpnach I 1:1 (0:0)

Tore: 66’ Stadelmann (PEN, 0:1), 89’ Nrecaj (1:1)

Luzerner SC II: Godawa, Laskaj, Krajinovic, Krasniqi, Baumann, Velaj, Mananga, Dedic, Pnishi, Misljenovic, Haxhija (Isenring, Stekla, winter, Nrecaj, Vicente, Prenqi)

FC Alpnach I: Truttmann, N. Wallimann, J. Wallimann, Küchler, Barmettler, Pombinho Pereira, Zemp, Bicaj, Costa, Kolodiazhnyi, Stadelmann (Näpflin, Meier, Oberholzer, Abächerli)